Sonntag, 28. August 2011

piccolo teatro haventheater geht in die nächste Spielzeit


Bremerhaven Mit „Haie küsst man nicht“ geht das kleine Zimmertheater in der Bürger 200 in die zweite Spielzeit. Das piccolo teatro ist in der Stadt gut angekommen.
Seit Mai diesen Jahres hat das kleine 40-Plätze-Theater die Türen geöffnet und seitdem schon über 1200 Besucher einen schönen Theater Abend geboten. Offensichtlich reicht das Theaterinteresse in der Stadt weit über das Angebot des Stadttheaters hinaus. Man muss auch mit Achtung den Hut vor Roberto Widmers Mut ziehen. Im Gegensatz zum etablierten Riesen bekommt das piccolo teatro keine Förderung. Allein die Ticketerlöse müssen reichen um den Betrieb zu gewährleisten. Obwohl nun schon einige Monate Spielbetrieb war, ist das Theater noch nicht überall bekannt, denn auch die Mundpropaganda braucht ihre Zeit. Diejenigen die es bis jetzt noch nicht geschafft haben eine Vorstellung zu besuchen, und die intime Atmosphäre erlebten, wird nun mit einer neuen Spielzeit die Gelegenheit gegeben.
Dayen Tuskan als Eva Liebling
Am Samstag den 3. September ist Premiere der temperamentvollen Ein-Frau-Komödie „Haie küsst man nicht“ von Stefanie Stroebele. Die Kindergärtnerin Eva Liebling, gespielt von Dayen Tuskan, die vielen von der Niederdeutschen Bühne Waterkant und dem Stadttheater bekannt ist, hofft auf einen Heiratsantrag. An ihrem Geburtstag erwischt sie allerdings ihren Freund beim innigen Kuss mit ihrer besten Freundin. Verzweifelt flüchtet sie in ihren Kindergarten um ihrem Leben ein Ende zu bereiten. In dem mit Pointen gespickten Monolog erfahren die Zuschauer, dass man sich mit WC-Reiniger nicht umbringen kann und warum es besser ist manche Haie doch zu küssen.
Die nächste Vorstellung ist am 4. Sept., Karten gibt es an der Abendkasse oder auf Vorbestellung unter 0471-4838 777. Die Theaterkasse hat jeweils Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. www.haventheater.de  In dieser Spielzeit findet sich das Logo von „Bremerhaven Bus“ auf den Karten, und berechtigt zur kostenlosen Nutzung der Busse via Kombiticket. Einige Gastronomiebetriebe in der Alten Bürger bieten den Theatergästen Ermässigungen oder freie Getränke. Das sind gute Vorzeichen für eine Bereicherung der aufkommenden Theaterszene in Bremerhaven. Vom piccolo teatro können wir noch einiges erwarten.

Sonntag, 14. August 2011

Die Waffen nieder, sofort!


Meinetwegen könnten alle Waffen aus der Welt verschwinden. Einschmelzen und weg damit. Ich stelle mir das in etwa so vor:
Alle Waffen auf der Welt werden getrennt in Metall und explosive Stoffe. Dann werden die Metalle eingeschmolzen die man als Rohstoff für Gebrauchsgegenstände verwendet. Die Gegenstände werden kostenlos verteilt. Mit den explosiven Stoffen werden die Schmelzöfen angeheizt. Das nennen wir dann „humane Aufrüstung“. Mit dem Rüstungsetat der Welt wird dann eine bessere Bildung aufgestellt. Eine Bildung in denen wir Menschen lernen Konflikte friedlich beizulegen. Ausserdem werden zig Tausende von Streitschlichtern/Moderatoren ausgebildet die überall zur Verfügung stehen. Hochgestellte Persönlichkeiten in Politik und Wirtschaft gehen dann mit gutem Beispiel voran in dem sie aufrichtige Kompromissbereitschaft vorleben, und zeigen dass sie ernsthaft an Lösungen interessiert sind. Dann ist immer noch jede Menge Geld vorhanden. Das wird dafür genutzt weltweit Agrarprogramme aufzustellen mit denen eine gesunde Ernährung sicher gestellt wird. Das alles wird wahrscheinlich kaum ein Zehntel der aktuellen weltweiten Rüstungsausgaben ausmachen. Der Rest geht dann als einmalige Abfindung an die Banken die Gläubiger von Staatsschulden sind. Dafür verzichten sie in Zukunft auf Zinsen und Zinseszinsen wenn sie überhaupt noch Kredite vergeben.
Konflikte die sich selbst bei Schlichtern nicht lösen lassen werden im Faustkampf entschieden. Das gilt sowohl für Konflikte zwischen einzelnen Streithähnen wie auch bei Konflikten ganzer Nationen und Religionen. Die Nationen müssen je eine Person auswählen und ins Rennen schicken. Der Sieger wird dann von der Gemeinschaft der Menschen verstoßen. Erst nach einer Dauer von zig Jahren und mit einer förmlichen glaubhaften Entschuldigung wird er wieder in der Gemeinschaft aufgenommen. Frieden ist das oberste Ziel und gemeinschaftliches Miteinander. Wer streiten will darf eben keinen Platz in der Gemeinschaft haben.
Derartige Gedanken und Wünsche werden in mir wach wenn ich an den Doppelmörder denke der jüngst in Berlin auf offener Straße rumballerte, oder der Amoklauf der kürzlich aus Amerika gemeldet wurde, und natürlich wenn ich daran denke wenn nun in Ägypten das Militär die Herrschaft an sich reissen wird oder die Gewalt in Syrien, Lybien, die zig Terrorakte jedweder Gruppierungen, die bundesdeutschen Kollateralschäden in Afghanistan, die Unruhen in London, vor wenigen Jahren in Paris und und und… 
Wir verbrauchen mehr Geld um uns umzubringen als uns zu bilden und kulturell zu entwickeln. Wir gehören alle ins Irrenhaus, von Innen abschließen und den Schlüssel rauswerfen. Man kann nur hoffen das wir bald verrecken und Ratten und kleine Käfer die Erde wieder für sich haben. Wir haben sie wirklich nicht verdient.

Freitag, 5. August 2011

Max Peter Pohl - "Erotische Malerei" im KunstRaum Geestemünde

Hier ist meine Eröffnungsrede zur o.g. Austellung.  Die Abbildungen sind Ausschnitte von Bildern der Austellung hier gepostet mit freundlicher Genehmigung von Max Peter Pohl.

Sehr verehrte Damen und Herren, ich darf sie herzlich zu dieser Ausstellung begrüßen.
Im Rahmen dieser Ausstellung werden wir am Donnerstag den 18. August, also in zwei Wochen, um 19:00 hier im KunstRaum eine Lesung der Vagina-Monologe von Eve Ensler halten.  Ich lese dann zusammen mit der Schauspielerin Marcella Ruscigno.  Es wäre schön wenn sie diese Gelegenheit nutzen würden, um einen zweiten Besuch der Malerei von Max Peter Pohl zu widmen.  Informationen zur Lesung finden sie auf den Karten die hier ausgelegt sind.
Gedanken über Rezeption
Max Peter Pohl ist Bremerhavener, ein Künstler dieser Stadt.  Er hat schon mehrfach in Bremerhaven, Hamburg, Magdeburg und Leipzig ausgestellt.  Darüber hinaus erlangte er durch mehrere Veröffentlichungen internationale Aufmerksamkeit.  Er hat 6 Jahre als Schauwerbegestalter gearbeitet und etwa ein Jahrzehnt als Kulissenschieber im Stadttheater. 1970 begann er zu malen. Sein erster Lehrer, sein Vater Fritz Pohl, war Landschaftsmaler.  Im Stadttheater Bremerhaven lernte Max Pohl viel vom damaligen Leiter des Malersaals, Alexander Freudenthal, der einigen von ihnen sicherlich noch ein Begriff ist.  Seit 1990 beschäftigt er sich mit der Richtung die als „Dark Art“ bezeichnet wird, die Bilder und Objekte die sie hier sehen.
Ich bin nicht ausreichend kompetent etwas über Malstil, Farben, Kompositionen und Materialien zu referieren. Meine Ausbildung ist die zum Regisseur gewesen, Handlung und Kommunikation sind meine künstlerischen Themen.
Daher möchte ich sie einladen mit mir kurz darüber zu reflektieren, wie wir vor einem Kunstwerk stehen, und was zwischen Kunstwerk und uns, dem Betrachter, passieren kann.  Etwas das unabhängig ist vom künstlerischen Genre.

Zunächst einmal sollten wir wissen, dass ein Künstler nur solange Einfluss auf sein Werk hat, bis er es für fertig erklärt.  Bis dahin kann er noch mit dem Pinsel etwas hinzufügen und verfeinern, kann eine Aussage hervorheben oder verschleiern, subtiler anlegen oder umdeuten und vieles mehr.  Aber wenn es fertig ist und hier an der Wand hängt, kann der Rezipient damit tun was immer er will.  Das Werk ist dann der Betrachtung ausgesetzt.
Wenn Menschen kreativ werden sollte man ihnen freien Lauf lassen  –  sofern sie handwerklich und künstlerisch etwas anzubieten haben wie es bei Max Peter Pohl zu sehen ist  –  damit am Ende etwas heraus kommt womit wir nicht gerechnet haben, damit wir überrascht sein dürfen wie unsere Weltsicht bereichert wird.  Wie wir es verstehen mit einer neuen fremden Weltsicht umzugehen, liegt in unserer kulturellen Entwicklung als einzelne Person und als Gesellschaft gleichermaßen.  Sind wir tolerant?  So wie eine lebendige offene Kultur die stark genug ist zu integrieren?  Oder sind wir eine destruktive, kontrollierende, tote Kultur die begrenzt, ausschließt und abstößt?
In der Wirtschaft werden Produkte so gestaltet und angeboten das die Wünsche der Kunden/Rezipienten bedient werden.  In der Kunst ist das anders.  Der Künstler formt etwas das er geschaut hat in Bilder, Darstellung, Skulptur oder Worte.  Kunstwerke haben keine rationalen Ursprünge.  Es sind Aussagen die jemand gehoben hat, aus dem seelischem Meer der Unendlichkeit, um die rationale Alltagswelt besser verstehen zu lernen.  Als Rezipienten sind wir eingeladen durch das fertige Werk/Bild oder Objekt von unserem Alltag Abstand zu bekommen und für einen Moment der kontemplativen Betrachtung etwas neues, anderes, unbekanntes, überraschendes in unser Leben zu lassen.  Kunst zu betrachten ist eine starke, risikoreiche Herausforderung.  Wer nur ein schnelles Urteil bevorzugt und nach Facebook-Manier „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht mehr“ anklickt, der hat das Kunstwerk überhaupt nie gesehen.  Der hat bestenfalls einen äußeren Reiz wahrgenommen um sein eigenes Kopfkino in Gang zu setzen.
Premieren, oder wie hier eine Vernissage, sind gleichzusetzen mit dem ersten Kuss.  Es ist die Einladung zu einer unwiederbringlichen Begegnung.  Das Werk und der Betrachter bestehen unabhängig von einander und haben beide ihre Berechtigung im „So-Sein“.  Es wäre eine vertane Gelegenheit  –  und eine dekadente Ausschweifung zugleich  –  in der Betrachtung zu einem Urteil oder zu einer Geschmacksaussage zu gelangen.

Was macht das Bild oder Objekt mit mir?  Macht es mich wütend, fröhlich, skeptisch?  Möchte ich spontan faule Tomaten darauf werfen, oder kommen meine Körpersäfte in Wallungen?  Diese Bilder sind keine leicht verdauliche Kost.  Man muss nicht mit allem einverstanden sein was man darauf abgebildet sieht.  „Ich bin es nicht.“  Was wir sehen ist allerdings ein Teil unseres Menschseins.  Wir sind nicht nur pastell-Herzchen-malende-Aquarell-Harmonien.  Wir sind auch böse, leidenschaftlich, verzweifelt, grausam, verstört, todtraurig, voller Begehren, masochistisch, gewalttätig, zupackend, wild, aufbrausend, zornig, gemein, niederträchtig und und und………  Diese Seiten von uns zu leugnen ist sinnlos!  Diese Seiten zu kultivieren  –  mit der Kraft der zivilisierten Reflektion  –  kann eine Hilfe sein, um alle unsere Erscheinungsformen zu verstehen und zu formen, damit  –  mittlerweile im 3. Jahrtausend der Evolution unserer Zeitrechnung  –  ein Miteinander in der Gemeinschaft aller Menschen möglich ist.
Ich hoffe diese kleine Einstimmung hilft ihnen sich von den Werken Max Peter Pohls konfrontieren zu lassen.  Sie sind niemanden Rechenschaft schuldig, wenn sie Abgründe in sich entdecken.  Nutzen sie die Gelegenheit um in den Bildern und Objekten einen Spiegel zu sehen und einen neuen überraschenden Kontakt mit sich selbst zu finden.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Dienstag, 2. August 2011

Erntestimmung auf dem Marktplatz



In bester Erntelaune Hai-Dang Duong, Jonas
Hagemann, Sebastian Arndt und Jill Falter
Bremerhaven Manchmal sind es die kleinen Aktionen im direkten Kontakt mit den Bürgern die eine gehobene Lebensqualität schaffen. „Onethreethree“ (133) holt sechs Kisten Gemüse bei der ersten Ernte auf dem Theodor-Heuss-Platz aus der Erde.
Zu viert haben sich „Onethreethree“ am Denkmal des Stadtgründers Dr. Johann Smidt zur Ernte getroffen. Grün quillt es durch den Stahlgitterzaun. Leute bleiben stehen und schauen interessiert was passiert. Die Aktionsgärtner ziehen Rettiche, Mangold, Zwiebeln und Rote Beete aus dem Boden. Es wird höchste Zeit, denn dicht an dicht stehen noch andere Pflanzen die dringend Platz und Licht benötigen. Es kommen Kohlrabi und Zucchini um Vorschein. Und nachdem das Unkraut weg ist erkennt man auch noch Porree und kleine Möhren.
Den Möhren ist es nicht so gut ergangen. Offensichtlich hat schon so manche unkundige, rüpelhafte Hand über das Stahlgitter gegriffen und verwüstet. Leider ist das in der Innenstadt kein Einzelfall. Bereits die Begrünungsaktion in der Fussgängerzone vom Frühjahr wurde vom Vandalismus heimgesucht. Ingo Krüger, Leiter der Schutzpolizei Abt. Süd, berichtet dazu: „Die Leute kommen aus der „Nachtschicht“, und auf dem Heimweg reißen sie ein paar Stiefmütterchen aus um zu zeigen was für Kerle sie sind. Wenn die Gäste alkoholisiert sind, mangelt es ihnen an Respekt vor individuellen Werten und dem Besitz anderer. Für die Betroffenen ist das ärgerlich.“
Weiße oder rote Zwiebeln
Nach einer knappen Stunde ist das Beet abgeerntet und gejätet. Das Unkraut ist in Tüten verstaut und die Feldfrüchte häufen sich am Boden. Ca. 40 Passanten blieben kurz stehen. Eine ältere Dame bittet um einen Zweig Basilikum, andere fachsimpeln über weiße und rote Zwiebeln und wieder andere tauschen Kochrezepte aus. „Der Rhabarber ist aber dünn“, wundert sich eine Frau. Ihre Bekannte klärt sie auf, dass es sich um Mangold handele. Und schon geht das Gespräch weiter über Italien, blanchieren und Spinat. Die Aktion regt zu Gesprächen an mit Leuten die man noch nie zuvor gesehen hatte. Offensichtlich besteht ein Bedarf zu ungezwungener öffentlicher Kommunikation.
Dann taucht die Frage auf wohin das Gemüse nun kommen solle. Sebastian Arndt (133) erklärt sie hätten an die Mensa gedacht, aber es sind Ferien und da gäbe es keine Verwendung. Doch dann haben sie bei der Bremerhavener Tafel angefragt. Eva Maria Wagner, stellvertretende Leiterin der Brhv. Tafel, hat mit den Studenten einen Termin vereinbart und einen Wagen geschickt. Von privat erhalten sie manchmal Spenden. Wenn z.B. die Apfelernte einen Überschuss gebracht hat, ein Verein richtet Mal eine Tombola aus oder jemand kommt mit einem Karton Nudeln vorbei.
Dann ist es soweit. Der Lieferwagen biegt auf den Platz ein, die Kisten werden verladen, noch ein schnelles Erinnerungsfoto, und alle gehen heim. Das Beet hat noch viel zu bieten. Und im September ist dann die letzte Ernte. Vielleicht wird es ja ein spontanes Erntefest?!


Samstag, 30. Juli 2011

Gemüse für die Bremerhavener Tafel

Bremerhaven „Onethreethree“ (133) pflanzte und pflegte ein Gemüsebeet zu Füßen des Stadtgründers auf dem Theodor-Heuss-Platz. Am Montag ist Ernte. Das Gemüse wird der Bremerhavener Tafel zur Verfügung gestellt.
In der Seestadt ist die Gruppe „Onethreethree“ schon durch einige Aktionen in Erscheinung getreten. Tarp surfen, Hein Mück, Lehe rec und die Begrünung der Fußgängerzone sind schon vielen Bürgern aufgefallen. Die Gruppe besteht aus jungen Leuten die aus verschiedenen Gegenden Deutschlands kommen und an der Hochschule Bremerhaven studieren. Sie hatten die Idee das öffentliche Stadtleben mit kreativen Aktionen zu bereichern. Also setzen sie sich zum Brainstorming zusammen. Mit den daraus folgenden Ideen wie z.B. Tarp surfing erlangten sie weit reichende Aufmerksamkeit bis hin zu „buten und binnen“ und Stefan Raab. Nach der Pflanzen Aktion in der Fußgängerzone vom Frühjahr mit Stiefmütterchen in Handtaschen und Rucksäcken die sie an Straßenschilder hängten, und kleinen Rasenkästen auf Papierkörben sowie einer Rasenbank vor der Großen Kirche, kommt am Montag eine weitere Pflanz Aktion zu einem guten Ende.
Die Grünfläche rund um Bgm.-Smidt auf dem Th.-Heuss-Platz haben die Studenten zum Gemüsebeet gewandelt. Beim Gartenbauamt reichten sie Skizzen und Beschreibung ein. Dann wählten sie mit den Abteilungsleitern Reinecke und Teichmann den umzäunten Platz aus, um z.B. Hunde daran zu hindern an die Pflanzen zu pinkeln. Die Pflanzen zogen sie im Gewächshaus der Gärtnerei Rieger auf. Von der Gärtnerei wurden sie auch großzügig unterstützt mit Gartenerde und Transporthilfen. Am 31. Mai wurden die Setzlinge auf dem Th.-Heuss-Platz in die Erde gebracht. Das Gartenbauamt wässerte und „Onethreethree“ kümmerten sich um die Kultur begleitenden Pflanzen.
Passanten aus dem Stadttheater die am Beet vorbei kamen, blieben stehen und gaben freizügig den einen oder anderen guten Gärtnertip. Einige junge Touristen fotografierten und äußerten sich zu der gelungenen Idee eine öffentliche Grünfläche einmal anders zu nutzen. Wie Werner Teichmann vom Gartenbauamt berichtetet gab es allerdings auch einige wenige Briefe von älteren Mitbürgern, die ihren Unmut zu der Bepflanzung darstellten. Die überwiegenden Reaktionen von Bremerhavenern und Touristen waren allerdings positiv.
Am Montag ist nun Ernte angesagt. Die Erträge werden von den Studenten an die Bremerhavener Tafel ausgeliefert. Da stellt sich der Verfasser die Frage ob diese Aktion nicht auch in anderen Rahmen Schule machen könnte? Wie wäre es einen Mensagarten, betrieben vom Studiengang Lebensmitteltechnologie, an der Hochschule einzurichten. Die Ernte könnte dann den Studenten zugute kommen. Oder die weitläufigen Rasenflächen um Wohnblocks der diversen Wohnungsbaugesellschaften könnten den Bewohnern kostenlos zum gärtnern angeboten werden. Urban gardening ist ja schließlich im Trend. Viele Bürger ziehen aus den Lebensmittelskandalen und der geringen sozialen Grundversorgung die Konsequenz selber etwas für den Haushalt anzubauen.
So sind Feldsalat und Radieschen mehr als nur ein Gag von Studenten. Sie sind auch ein Anstoß darüber nachzudenken wie wir unser Leben mit einfachen Mitteln wertvoller gestalten können. Wir dürfen gespannt sein womit uns „Onethreethree“ noch überrascht.

Dienstag, 3. Mai 2011

Laufzeitverlängerung?

Laufzeitverlängerung!  Jedes menschlich denkende Hirn kräuselt sich in noch mehr Falten als es eh schon hat.  Die sollte ich einmal für meinen altersschwachen Opel beantragen.  Eine Laufzeitverlängerung.  Ha!!  Da würden sie mir beim TÜV mit Verkehrssicherheit kommen.  Ich müsste wahrscheinlich sogar mit einem medizinisch psychologischen Test rechnen.  Dabei würde ich doch bestenfalls einen kleinen, klitzekleinen Unfall produzieren.  Ich fahre doch mit der klapprigen Rostbeule schon lange nicht mehr schneller als 70 kmh.  Wahrscheinlicher ist aber, dass er den Geist aufgibt und ich mit ihn und einer Panne am Straßenrand zum erliegen komme.  So ein technisches inperfektes Gerät darf auf keinem Fall weiter betrieben werden.  Da gibt es keine bestimmte Gesamtkilometerlaufleistung, oder eine festgelegte Betriebsdauer.  Nein, alle zwei Jahre wird beim TÜV festgestellt was an dem Fahrzeug repariert werden muss.  Tue ich es nicht ist es aus.  Dafür gibt es eine bestens organisierte Verwaltungs-Maschinerie die das überwacht und ahndet.  Bei AKW´s ist das ganz anders.  Die fahren ja nicht.  Die werden gefahren – hoch gefahren, angefahren, und selten auch Mal runter gefahren.  Es sind dennoch technische Geräte die alt werden und älter und in ihrer technischen Zuverlässlichkeit nachlassen können.  Es gibt genug Störfälle die uns zeigen das ein AKW nicht einmal alt werden muss um anfällig für Störungen zu sein.  
Ein Auto ist eine recht gut einzuschätzende Technik.  An meinem Opel, wie gesagt es ist ein älteres Modell, kann ich nahezu alle Reparaturen selber ausführen.  Ich bin kein Kfz-Meister.  Die Störfälle sind schon zigtausend Mal aufgetreten und die Lösungen sind allgemein bekannt.  Notfalls kann man an jeder besseren Tankstelle um Rat fragen.  Und wenn ich nicht gerade wie eine gesenkte Sau durch eine verkehrsberuhigte Zone rase, sondern das Fahrzeug als ein Transportmittel nutze, ist die Gefahr die von so einem technischen Gerät ausgeht zu tolerieren.  Bei einem AKW kann davon nicht die Rede sein.  Ein GAU kann eintreten selbst wenn das AKW ordentlich und sachgerecht „gefahren“ wird.  Und bei den bisher bekannten GAU´s sind immer eine beträchtliche Zahl Todesopfer zu beklagen gewesen.  Tschernobyl, Harrisburg und Fukushima haben das eindrücklich gezeigt.  Und nicht genug das Menschenleben in großer Zahl ausgelöscht werden, eine weitaus größere Zahl Menschen wird verstrahlt.  Da scheint es schon zynisch noch zu erwähnen das ganze Landstriche, unbewohnbar werden.  Z.B. ein GAU in Esenshamm könnte Bremerhaven in eine Geisterstadt verwandeln.  Ganz zu schweigen von den kleineren Städten und Gemeinden im näheren Umkreis vom AKW Unterweser.  Aber auch in technischer Sicht wäre dort ein GAU eine Katastrophe.  In unmittelbarer Nachbarschaft zum AKW Unterweser liegt in einer Kaverne eines der größten Erdölreservelager der Bundesrepublik.  Wird man diese Vorräte noch bergen können wenn das Gebiet verstrahlt ist?  Dazu kommt der Wahnsinn das an der Küste Windenergie groß im kommen ist.  Also die technische Alternative zur Atomenergie.  In Bremerhaven hat sich eine große industrielle Produktion von Windkraftanlagen angesiedelt.  Müssten die im Falle eines GAU´s aufgegeben werden?  Laufzeitverlängerung?  Das klingt wie ein kleiner trotzig bettelnder Bengel zu seiner Mami: „Ich WILL aber noch mal rutschen, ich WILL noch nicht nach Hause!“  Und Mami, weil sie das Gequängel nicht mehr hören kann, gibt nach.  
Aber damit nicht genug.  Es gibt seit vielen Jahrzehnten eine äußerst aktive Anti-Atomkraft-Bewegung.  Darin sind viele Wissenschaftler engagiert die glaubwürdig auf die Gefahren der Atomenergie-Erzeugung und deren Folgen hingewiesen haben.  Unermüdlich werden Informationen zusammen getragen und veröffentlicht.  Jeder der verantwortlich Entscheidungen treffen muss bezüglich Atomenergie kennt diese Informationen.  Jeder Mensch, der auch nur ein Gramm Hirn zwischen seinen Ohren hat, kann wissen, dass Atomenergie eine zu gefährliche und unausgegorene Technik ist.  Unausgegoren schon allein deshalb, weil niemand weis, nicht einmal einen Funken einer Idee hat, wo man den Atommüll „sicher“ für Jahrzehntausende verwahren kann.  Zum Vergleich sein hier angemerkt das die Frühgeschichte der Menschheit noch nicht einmal 10.000 Jahre bekannt ist.  Und nun wollen wir eine Lagerung von zigtausend Jahren und länger vornehmen?  Wie irre ist das den?  Neben Kriege gibt es keine so maßlose Verantwortungslosigkeit wie die Betreibung von Atomkraftwerken.  Nun gut, Genmanipulation vielleicht noch.

Was ist das für eine Überheblichkeit und Kaltschnäuzigkeit, welche Menschenverachtung steckt dahinter, mit gleichem Wissensstand eine Laufzeitverlängerung gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen und wenige Wochen später einen Ethikrat zu bemühen um den Ausstieg aus der Kernenergie auszuloten.  Wir brauchen keinen Stresstest, wir brauchen keine gesalbten Schönredner, wir brauchen auch keine Aktiengewinne bei den Energiekonzernen.  Wir brauchen regenerative Energieformen und zwar sofort.

Samstag, 22. Januar 2011

Camera-Shooting (Satire)

Ein neuer, nahezu noch vollkommen unbekannter Sport, ist das „Camera-Shooting“.  Dabei handelt es sich keineswegs, wie manch einer glauben möchte, um das Handwerk von Kameraleuten aus der Filmbranche.  Obwohl man unbedingt beachten sollte das die Aufnahmen der Kameras nicht vernachlässigt werden dürfen.  Vielmehr handelt es sich um eine urbane Sportart die man in Städten wie Berlin, Frankfurt, München oder anderen Großstädten nachgehen kann.  Man benötigt dazu ein Gewehr mit einer großen Tragweite, und eine Munition mit einer guten Durchschlagskraft.  Dabei sollte die Waffe klein und handlich sein, oder zerlegbar damit man sie schnell nach einem Einsatz verschwinden lassen kann.  Ziele, also Kameras, gibt es in Großstädten zuhauf.  Ein aufmerksamer Sportschütze wird sie überall finden.

Doch nun zum Ablauf: Wie bei der Jagd hängt der treffsichere Schuss von der Kunst des Pirschens ab.  Während man im Wald oder auf der Prärie auf Windrichtung und Geräuschvermeidung achten muss, um das Ziel nicht zu verschrecken, so ist es beim „Camera-Shooting“ anders gelagert.  Hier muss man vor allem darauf achten von seiner Umgebung nicht gesehen zu werden, und vor allem nicht vom Auge der Kamera.  Der sportliche Reiz liegt allerdings darin, dass man einen Weg findet direkt von vorn in die Kamera zu schießen.  Es kommt also beim „Camera-Shooting“ auf die perfekte Tarnung an.  Punktabzüge gibt es wenn der Sportschütze durch eine Scheibe schießt, also nicht im gleichen Raum ist wie die zu erlegende Kamera, oder wenn der Schuss durch Fernbedienung ausgelöst wird (wie unsportlich).  Disqualifiziert wird man, wenn man die Kamera manipuliert, etwa durch infrarotes Licht oder durchtrennen der Stromkabel.  Erlaubt ist es allerdings einen Schalldämpfer zu benutzen.  Denn die Kameras befinden sich im öffentlichen Raum, und da ist es zu beachten eine Panik unbedingt zu vermeiden.
Der Nachteil bei diesem Sport ist, dass man keine Medallie oder andere Auszeichnung gewinnen kann.  Man kann dabei nur verlieren.  Entweder man erlegt ein Ziel und kann sich unerkannt aus dem Staub machen, oder man wird festgenommen und muss sich einer Bestrafung unterwerfen.  Daher rate ich von diesem Sport unbedingt ab wenn man nicht zufällig ein ausgezeichneter Schütze, Jäger oder Waffenkenner ist der den besonderen „Kick“ zum Leben benötigt.  Bei dem Überangebot an Zielen (übrigens auch in kleineren Städten) und der Leichtigkeit wie man sich heutzutage eine Waffe besorgen kann, kann ich verstehen das die Versuchung einen großen Reiz ausübt.  Daher ist es zu empfehlen in Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und evtl. schon in Kitas Präventivmaßnahmen anzubieten noch bevor der Sport zu einer populären Aktivität ausreift.  Die gesündeste Präventivmaßnahme wäre sicherlich die Kameras abzubauen und alle Waffen aus der Welt zu entfernen.